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Releases

Mirrors “Lights And Offerings”

Pias

Score

5 / 5
Release
18.03.2011

Format
CD

Label
Pias

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Tracklist
1. Fear Of Drowning
2. Look At Me
3. Into The Heart
4. Write Through The Night
5. Ways To An End
6. Hide And Seek
7. Somewhere Strange
8. Something On Your Mind
9. Searching In The Wilderness
10. Secrets

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Mirrors

Unserer Datenbank hält weitere News, Reviews, Tourdaten, Konzertfotos, Weblinks oder eine kurze Biografie zu Mirrors bereit.

Wenn man sich anschaut, was uns im Monat an Neuveröffentlichungen erreicht, kann man den Output der Musiker vermutlich in 3 große Kategorien einteilen. Da gibt es diejenigen, die schon auf eine beachtliche Diskografie inkl. großer Erfolge zurückblicken kann. Auch das neueste Werk liegt oft mindestens im qualitativen Durchschnitt bzw. legt meistens noch eine Schippe drauf. Dann existiert noch eine extrem breite Masse von Veröffentlichungen, dessen Künstler sich schon seit Jahren abmühen. Nicht selten sind auch schon mehrere Alben am Start aber irgendwie will es mit dem Durchbruch einfach nicht klappen. Die Gründe sind oft unüberhörbar. Die dritte Kategorie der Neuveröffentlichungen stammt von Künstlern, von denen man noch nie was gehört oder gelesen hat. Aber schon das erste Antesten sorgt für ein „Ohhhh...“, „Ahhh...“, „Wow …“ und kann musikalisch auf den ersten Blick nur als Erscheinung, Wunder oder Phänomen eingestuft werden. Veröffentlichungen dieser Art erreichen uns allerdings äußerst selten, was sehr schade ist.


Um so schöner ist es, Euch heute eine dieser (Neu)Erscheinungen vorstellen zu können. Zu Mirrors habe ich schon einige News verfasst. Viel ist über die vier Jungs noch nicht bekannt. Die Band gründete sich 2009 in Brighton und besteht aus James (Vocals, Synth), Ally (Vocals, Synth), Tate (Synth) und Josef (Electronic Drums). Das Markenzeichen der Mirrors ist der massive Einsatz analoger Musiktechnik und diesen mit den heutigen digitalen Produktionsmöglichkeiten auf ein neues Level zu hieven. Dabei macht die Band keinen Hehl darum, zu wem sie aufschauen. Musikalische Vorbilder wie OMD, Depeche Mode oder Kraftwerk sind nicht zu überhören.


Jetzt aber mal zu „Lights And Offerings“, dem Debüt-Album der Mirrors. Schon der Opener „Fear Of Drowning“ dringt mit so einer Präsenz nach vorn, dass man sich schwer diesem frischen Sound entziehen kann. Generell sind auf diesem Album keine Rohrkrepierer oder Totalausfälle zu finden – ganz im Gegenteil. „Look At Me“ zum Beispiel ist eine astreine OMD-Nummer, wo es mir schwerfällt zu glauben, dass Andy McCluskey bzw. Paul Humphreys nicht doch die Finger im Spiel hatten. Vielleicht gab es ja auf der letzten OMD-Tour noch ein paar Tipps (Anm.d.Red.: Mirrors tourten als Support für die Herbsttournee 2010 von OMD u.a. auch durch Deutschland.) Oder nehmen wir mal „Into The Heart“ - frischer und facettenreicher kann Electropop kaum klingen. Der peitschende Beat und die tragende Textzeile „There's 1,2,3,4 … Ways To An End“ will mir schon seit Tagen nicht mehr aus dem Kopf. Und zu„Somewhere Strange“ kann man die Mirrors nur beglückwünschen. Bei solchen Nummern frage ich mich immer, was denn bitte noch cooler klingen soll!? Die Atmosphäre des Pop-Songs ist atemberaubend und trifft genau meinen Geschmack. Auch eine Coverversion hat es auf das Album geschafft. Mit „Something On Your Mind“ wird dieser tieftraurigen Ballade nach 30 Jahren wieder neues Leben eingehaucht. Die Originalversion aus dem Jahre 1971 stammt von der Folksängerin Karen Dalton (1993 verstorben), geschrieben wurde die Nummer aber von Dino Valenti. Mirrors meistern die oft unterschätzte Aufgabe, eine ebenbürtige, wenn nicht sogar bessere Coverversion zu arrangieren mit Bravur. Im letzten über 10-minütigen Track „Secrets“ manifestiert sich dass, was Sänger James in einem Interview bereits mit Worten beschrieben hatte: „Wir lieben alte Synthies. Sie verstimmen, die Programmierung ist ein Alptraum, aber genau deshalb mögen wir sie. Wir wollen nichts Überpoliertes und Überproduziertes.“ Der wuchtige Rhythmus des Midtempo-Songs und die tackernden, wabbernden Synthies bringen den Song sicher bis zum vermeintlichen Ende. Man hat anscheinend vergessen, den Stecker zu ziehen. Schon scheinen die Instrumente ein Eigenleben zu entwickeln und verlängern Stück für Stück das Thema um weitere 5 Minuten bis zum Finale – ein Outro, was eigentlich keines ist - einfach nur großartig!


Die vielseitige Stimme von Sänger James ist markant genug und trägt die Songs an vielen Stellen von „Lights And Offerings“. Über allem schwebt dieser verspielte, stellenweise äußerst wuchtige und düstere Sound. Dieser Sound aus den frühen 80er Jahren, als sich die ersten Popgruppen „nur“ mit Synthesizern auf die Bühne getraut haben und sich wohl 99% der Besucher nur am Kopf kratzten. Gewürzt ist der „Mirrors-Sound“ mit einer etwas depressiven Gesamtstimmung und alles zusammengenommen funktioniert das hervorragend.


Selten hat es eine Band geschafft, so schnell und ohne anstrengende „Eingewöhnungsphase“ einen festen Platz in meiner ganz privaten Playlist zu erobern.


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